| 2. Indiaca-Worldcup in Viljandi / Estland 2006 |
| 17.08.2006 | |
Ein Bericht
Am Ende überwog dann doch die Freude: mit einem hart erkämpften „Sieg
des Willens“ im Spiel um Platz 3 gegen Bettendorf (Luxemburg) schafften
die Indiacaspieler vom CVJM Kamen den erhofften Sprung auf’s Treppchen. Nach einem skandalösen Halbfinale gegen Ülenurme (Estland) fand der 2.
Indiaca-Worldcup für Vereinsmannschaften in Viljandi / Estland so doch
noch einen versöhnlichen Abschluss. Kapitän Christian „Rausche“ Kunze
bilanzierte: „ Natürlich hatten wir aufgrund der starken Vorrunde
gehofft, das Finale zu erreichen. Aber per Saldo können wir nach diesem
Tag auch mit dem 3.Platz zufrieden sein.“ Es war ein langer und schwerer Tag für das Team von Trainer Dirk
Marquardt. In der Vorrunde am vergangenen Freitag waren zunächst vier
Spiele gegen Mannschaften aus vier Nationen zu bestreiten, wobei es
zwischen den Spielen nur kurze Pausen gab. Dabei erwies es sich als
Vorteil, dass Marquardt aufgrund des großen Kaders allen Spielern
Pausen gönnen konnte. Der CVJM unterstrich in allen taktischen
Varianten seinen Willen, den 2002 errungenen Titel zu verteidigen. Das
Auftaktspiel gegen Vedeggio (Schweiz) bereitete keine Probleme und ging
glatt mit 25:16 und 25:15 an die Kamener. Nicht ganz unerwartet erwies
sich im 2. Spiel die Mannschaft von Plus One (Japan) als ein ernst zu
nehmender Gegner. Nach langem Kampf ging der erste Satz am Ende knapp
aber verdient mit 27:25 an das heimische Team. Im zweiten Satz war man
dann deutlicher überlegen und gewann glatt mit 25:15. Überraschend
wenig Widerstand leistete anschließend Bettendorf beim glatten 25:18,
25:17. Im letzten Spiel gegen Audentes (Estland) reichte dem CVJM dann
bereits ein Satzgewinn zum Gruppensieg. Während der 1. Satz noch
ausgeglichen verlief und nur knapp mit 27:25 gewonnen wurde, ging der
Satz auch hier deutlich mit 25:15 an Kamen. Dann folgte ein fast dreistündige Pause bis zum Halbfinale gegen
Ülenurme. Der CVJM tat sich zunächst schwer, ins Spiel zu finden. Das
sollte im ersten Satz auch so bleiben, denn die Esten diskutierten jede
Entscheidung der Schiedsrichterin oftmals minutenlang, so dass kein
flüssiges Spiel zustande kam. Auch ansonsten agierte die Unparteiische
sehr unsicher und entschied in strittigenSituationen fast immer für die Esten, die ihrerseits keinerlei Fehler zugaben und sich damit auch den Unmut der neutralen Zuschauer zuzogen. Nach fast 45 Minuten (!) ging der 1. Satz knapp mit 25:21 an Ülenurme, und nach einem 0:4 Rückstand zu Beginn des 2. Satzes standen die Sesekestädter bereits mit dem Rücken zur Wand. Nun bewies das Team aber eine tolle Moral und kämpfte sich ins Spiel zurück. Bereits beim Stand von 8:8 schaffte man den Ausgleich und zog dann unbeeindruckt von weiterhin unfairen Aktionen des Gegners unaufhaltsam davon. Mit 25:20 schaffte man den Satz-Ausgleich, und auch im dritten Satz dominierte zunächst der CVJM. Trotzdem gelang es nicht, sich entscheidend abzusetzen, und nach einer 13:11-Führung für Kamen beim Seitenwechsel schafften die Esten beim 16:16 wieder den Ausgleich. Was nun folgte, war Indiaca auf allerhöchstem Niveau, und zum Leidwesen der deutschen Fans spielten sich die Esten in einen wahren Rausch. Mit unglaublichen Abwehraktionen und einem fehlerfreien Angriff zog man trotz einer Auszeit auf 21:16 davon und brachte diese Führung anschließend ungefährdet über die Runden (25:21). Marquardt: „In fast 25 Jahren habe ich ein solches Spiel noch nicht erlebt. Was Ülenurme hier abgezogen hat, war skandalös. Leider haben uns die 5 Punkte in Folge in der entscheidenden Phase des Spiels um den verdienten Sieg gebracht.“
Im anschließenden Spiel um Platz 3 traf man erneut auf Bettendorf, das
nach der deutlichen Niederlage in der Vorrunde auf Wiedergutmachung
drängte und dabei zunächst von dem kräfteraubenden Halbfinale des CVJM
profitierte. Ohne große Gegenwehr ging der 1. Satz mit 25:19 an die
Luxemburger. Nach einer Ansprache von Trainer Marquardt mobilisierte
das Team aber die letzten Kräfte und gewann die nächsten beiden Sätze
deutlich mit 25:16 und 25:18. Im Finale am Sonntag unterlag Ülenurme
dann dem amtierenden Deutschen Meister vom TSV Grünwinkel glatt in 2
Sätzen.Kamen: Martin Daubitz, Sven Janssen, Christian Kunze, Stephan Ostermann, Maik Schmidt, Andreas Schmudde, Danny Thiele, Christoph Vannahme und Alexander Weber Ergebnisse des Worldcup 2006 als pdf: |
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| Letzte Aktualisierung: 23.05.2007 | |