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09.11.2008 - Deutscher Meister im Indiaca

 

Deutscher Meister im Indiaca

Die Herrenmannschaft des CVJM Kamen ist erneut Deutscher Indiacameister. In einem spannenden und am Ende hochdramatischen Finale besiegte das Team den CVJM Ichenheim aus Baden mit 38:36 und sicherte sich nach 1995,1996, 1997 und 2001 den insgesamt fünften Titel bei den CVJM-Meisterschaften. Auch die Damenmannschaft erreichte das Finale, verlor dort aber - ebenfalls gegen Ichenheim - knapp mit 28:30.

Nach den zum Teil durchwachsenen Ergebnissen in den Vorjahren hatten sich die Herren für die diesjährige Endrunde, die am vergangenen Wochenende in Bretten im Landkreis Karlsruhe ausgetragen wurde, viel vorgenommen. War man zuletzt immer wieder an der mangelnden Konstanz im Turnierverlauf gescheitert, sollte diesmal eine ausgeglichene und konzentrierte Mannschaftsleistung der Schlüssel zum Erfolg sein. Die Kamener, die in Bestbesetzung angereist waren, zeigten am gleich im ersten Spiel gegen den amtierenden Westbundmeister aus Bornich, dass mit ihnen zu rechnen ist und gewannen deutlich mit 37:28. Auch die Spiele gegen die bayrischen Vertreter aus Gefrees und Speichersdorf gingen klar an das heimische Team. Lediglich gegen Gündelbach, als Newcomer erstmals für die DM qualifiziert, tat man sich lange Zeit schwer. Im letzten Spiel der Vorrunde traf man dann auf die Mitfavoriten aus Ichenheim und sicherte sich nach einem hochklassigen Spiel ohne Niederlage den Gruppensieg.

Am Sonntagmorgen war im Viertelfinale Titelverteidiger CVJM Sylbach, der in seiner Gruppe überraschend nur den vierten Platz belegt hatte, ein erwartungsgemäß unangenehmer und starker Gegner. Doch die Männer um Kapitän Christian „Rausche" Kunze waren auch zu früher Stunde bereits topfit zogen nach einem spannenden Spiel mit 37:33 ins Halbfinale ein, wo man erneut auf die EJ Gündelbach traf. Diesmal hatte man sich besser auf das variable Angriffspiel der Schwaben eingestellt und zog vor allem dank guter Block- und Abwehrarbeit ungefährdet in das Finale ein, wo mit Ichenheim ein weiterer Gegener aus der gleichen Vorrundengruppe wartete. Es entwickelt sich von Anfang an eine sehr ausgeglichene Partie, die auf beiden Seiten vor allem durch ein konsequentes Angriffsspiel gekennzeichnet war. Nach und nach konnte sich das heimische Team durch einige „big points" nach spektakulären Abwehraktionen absetzen und führte 3 Minuten vor Schluss bereits mit 5 Punkten. Doch urplötzlich schlichen sich Fehler in das Aufbauspiel ein und mehrere Angriffe verpufften wirkungslos in der Abwehr der Badener, die noch einmal Auftrieb bekamen und sogar den Gleichstand erreichten. Die letzten 90 Sekunden waren nichts für schwache Nerven: beide Teams spielten fehlerfrei, und die Sesekestädter behaupteten ihren Vorteil, bei gegnerischem Aufschlag in Führung zu gehen. Mit dem letzten Aufschlag der Kamener hatte Ichenheim noch einmal die Chance, ein Unentschieden und damit die Verlängerung zu erreichen. Doch im entscheidenden Moment stand der Kamener Mittelblock mit Stephan „Blizzi" Ostermann und Maik „Karre" Schmidt wie eine Wand und markierte den letzten Punkt zum 38:36- Endstand. Mit dem fünften Titel haben sich die Kamener bis auf einen Platz an Rekordmeister Niederschelden herangearbeitet und könnten die Siegener mit einem weiteren Erfolg ablösen.

Ähnlich erfolgreich verlief das Turnier für die Kamener Damen, die als Titelverteidiger nach Bretten gereist waren. Allerdings musste man bereits im Vorfeld auf Frederike „Mieke" Schmidt verzichten, und einen Tag vor der Endrunde erkrankte mit Nicole Janetzki auch noch die zweite Nationalspielerin im Kamener Team. Für sie rückte Laura Agricola in den Kader. Nach anfänglichen Abstimmungsproblemen aufgrund der Umstellungen spielten auch die Damen eine starke Vorrunde und besiegten nacheinander Malmsheim, Unterriexingen, Gefrees und Ichenheim.

In der Zwischenrunde konnte man sich nach einem Unentschieden gegen Unterriexingen und einem glatten Sieg gegen Stuttgart für das Halbfinale gegen Bayreuth qualifizieren. Dort agierten die Kamerinnen über weite Strecken nervös und liefen lange Zeit einem zum Teil deutlichen Rückstand hinterher. Am Ende der regulären Spielzeit von 2 x 9 Minuten stand es Unentschieden. In der Verlängerung setze sich das Team um Spielertrainerin Anne Ostermann dann ab und zog verdient in das Finale gegen Ichenheim ein. Auch hier brachten die Damen Ichenheim vor allem durch eigene Fehler immer wieder ins Spiel und lagen 2 Minuten vor Schluss mit 6 Punkten hinten. Trotz einer abermaligen Aufholjagd reichte es am Ende aber nur noch, den Rückstand auf 2 Punkte zu verkürzen, wobei die Badenerinnen sich durch unfaires Zeitspiel den Unmut auch der neutralen Zuschauer zuzogen und auch der Schiedsrichter nicht immer glücklich agierte.

Dennoch zeigte sich der mitgereiste Vereinsvorsitzende Dirk Marquardt mehr als zufrieden: „Mit den heutigen Platzierungen sowie dem Titelgewinn der männl. Jugend und Platz 3 der Mädchen bei den Jugendmeisterschaften vor 14 Tagen haben wir das mit Abstand beste Vereinsergebnis seit vielen Jahren erzielt und unseren Ruf als Indiaca-Hochburg nachhaltig untermauert."

Geschrieben von Dirk Marquardt | aktualisiert am Sonntag, 31. Oktober 2010 um 16:01 Uhr

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