Jugend-Worldcup Nõo (Estland) 2009

 

Jugend-Worldcup 2009

> Bericht

Der neue Worldcup-Sieger in der Klasse „männliche Jugend 15-18" heißt CVJM Kamen. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt was unsere Jungs und natürlich auch die Mädels im Mixed-Bereich geleistet haben. Es liegen eine tadellose Deutsche Meisterschaft in Wattenscheid, zahllose Trainingseinheiten und eine abenteuerliche Reise zum Worldcup nach Estland hinter ihnen.

Nach dem Pressetermin am Mittwoch, 5 Tage vor dem Abflug, stand das letzte Training auf dem Plan und man merkte deutlich die Anspannung, größer jedoch die Vorfreude auf das kommende Event. Dienstagmorgen um 4 Uhr machte sich also die Reisegruppe auf den Weg nach Estland. Ein planmäßiger Flug ließ niemanden erahnen, dass die Fahrt im Kleinbus aufregend sein würde, denn der anscheinend nicht ganz ortskundige Fahrer brauchte einige Anläufe, um von Riga auf die Autobahn Richtung Estland und damit Nõo zu kommen. Zumindest können wir jetzt sagen, dass wir eine kostenlose Stadtrundfahrt durch Riga gemacht haben. Die verlorene Zeit wurde jedoch durch waghalsige Überholmanöver wieder aufgeholt. Dennoch erreichten allesamt unbeschadet das Ziel in dem kleinen Örtchen Nõo bei schönem sonnigem Wetter. Vorort gab es eine kleine Begrüßung durch die Verantwortlichen des Worldcups und während Martin und Svea mit dem Bus weiter nach Tartu fuhren um in ihrem Hotel einzuchecken, wurden der restlichen Truppe die Schlafmöglichkeiten gezeigt. Die Zimmer wurden dann nach kleinen Schrecksekunden bezogen, denn diese hatten einige mehr oder weniger hygienische Mängel vorzuweisen. Nun ja, wir sind halt etwas anderes gewöhnt. Mit einem ironisch angehauchten Urlaubskatalog-Text beschreiben unsere Jungs die Zimmer: Je Raum 2 DZ mit Flur, doppeltverglaste Fenster, Dusche, WC, Design Möbel, 1 ½ Lampen, Kühlschrank, Fernseher, LAN + WLAN Hotspot.

Nach dem ersten ruhigen Abend wurde am nächsten Morgen die traditionelle Eröffnungsfeier, an welcher nochmal alle teilnehmenden Mannschaften begrüßt wurden, abgehalten. Anschließend konnte die freie Zeit selbst eingeteilt werden, sodass die eine Hälfte der Gruppe eine kleine Besichtigungs- und Shoppingtour in Tartu machte, während die andere Hälfte es vorzog gemütlich den Tag in Nõo zu verbringen.

Den Abend ließen die Kamener, zusammen mit den angereisten schweizerischen Spielerinnen und Spielern, in kleiner Runde ausklingen.

Dann war es soweit, der erste Wettkampftag stand bevor und die Anspannung bei allen Beteiligten stieg ins Unermessliche. Das erste Spiel gegen die Schweizer DTV Himmelried ging knapp mit 2:1 (25:17, 17:25, 20:25) verloren, da der Aufbau von Angriffen, durch die offensichtlichen Ängste immer wieder ins Wanken geriet. Im nächsten Spiel ging es gegen Arlii/ Nolcken, der estnischen Mannschaft. Hier wurde konzentrierter gespielt, wenngleich viele Fehlpässe und vergebene Chancen zeitweise das Kamener Spiel unter Druck setzten. Dennoch gewann man hier mit 2:0 (25:23, 25:21) doch eher knapp. Das anschließende Spiel gegen SP Klon aus Polen wurde ruhiger und mit überlegten Bällen auch mit 2:0 (25:17, 25:20) gewonnen, genauso wie das Spiel gegen die zweite Mannschaft aus der Schweiz, namens SFG Morbio (25:13, 25:15). Gegen Grünwinkel aus Baden entstand das beste Spiel in der Spielklasse Mixed an diesem Tag. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Nach einem knappen ersten Satz, der an Grünwinkel mit 23:25 ging, fanden die Kamener in ihre beste Form und schaukelten den 2. Satz locker mit 25:17 zum Sieg, jedoch konnte sich Grünwinkel im letzten Satz durchsetzen und gewann das Spiel mit 19:25. Da sich die Jungs und Mädels aus Kamen aber schon für das Halbfinale durch die beiden vorherigen Siege qualifiziert hatten, konzentrierte man sich auf das Halbfinale nochmals gegen die Schweizer aus Himmelried. Hierbei keimte jedoch im ersten Satz wieder die Anspannung auf und man verlor deutlich mit 12:25. Das Trainergespann Martin Daubitz / Oliver Wojcik fand anscheinend die richtigen Worte in der kurzen Pause beim Seitenwechsel, denn das Mixed-Team kämpfte nun verbissen und endlich mit Stimmung um den Einzug ins Finale. Nach einem guten Schlagabtausch und einem vergebenen Satzball seitens der Kamener konnten die Schweizer jedoch eine kleine Führung ausbauen und gewannen schließlich äußerst knapp mit 26:28. Mit hängenden Köpfen stapften unsere Mädels und Jungs zu den Duschen. Danach setzte man sich noch mal zusammen, um über die Spiele zu sprechen. Das Ergebnis der kleinen Aussprache war dennoch klar: Ohne den Pokal für den 3. Platz würde Kamen nicht nach Hause fahren, bzw. fliegen!

Dieser Motivationsschub sollte mit in den nächsten Tag getragen werden, wo die Jungs zusammen ran mussten. Eindrucksvoll zeigten sie bereits im ersten Satz gegen die TSG Blankenloch aus Deutschland, dass sie die gestrige Niedergeschlagenheit abgelegt hatten und motiviert durch das ständige anfeuern der Kamener Mädels regelrecht „beflügelt" waren. Deutlich ging also das Spiel mit 2:0 (25:20, 25:16) an Kamen. Auch das anschließende Spiel gegen die Esten aus Arlii/ Nolcken wurde mit gleichhohem Niveau gespielt und 2:0 gewonnen (25:17, 25:18). Eine 3-stündige Pause zwischen dem zweiten und dritten Vorrundenspiel nutzen die Kamener, um sich genügend auszuruhen, etwas zu essen und zu trinken und dann SP Klon aus Polen und DTV Himmelried aus der Schweiz zu zeigen, dass der CVJM Kamen mehr wollte, als „nur" ins Finale einzuziehen. Beide Spiele gingen mit 2:0 für Kamen aus (SP Klon: 25:15, 25:15 & DTV Himmelried: 25:16, 25:20). Ohne Satzverlust zogen die Jungs ins Halbfinale des Jugendworldcups ein. Mit Stimmung von den Kamener Spielern und noch größeren Anfeuerungsrufen der Mädels spielten die Jungs völlig souverän das Halbfinale runter, als ob es die normalste Sache der Welt wäre. Saubere Blocks, ein gutes Abwehrspiel und durchschlagende Angriffe bescherten den Kamenern den Einzug ins Finale. Parallel dazu entschied die zweite deutsche Mannschaft aus Blankenloch das Spiel gegen Himmelried für sich und schaffte damit ein rein deutsches Finale. Abends wurde dann auch schon gefeiert, denn untereinander gab es keinen Streitigkeiten oder Feindseligkeiten, alle verstanden sich prächtig und wussten wie man feiert. Dennoch gingen die meisten schon relativ früh ins Bett, denn keiner wollte am nächsten Tag straucheln.

Samstag, der entscheidende Tag, wurde mehr oder weniger übereifrig angegangen. Die Mädels überpünktlich beim Frühstück, während sich die Jungs die Ruhe antaten. Zunächst spielten die kleinen Jungs und Mädels (11-14) um den 3. Platz und gleichzeitig machte sich unsere Truppe schon am Ende des letzten Satzes warm. Der Gegner im Spiel um Platz 3 hieß SFG Morbio aus der Schweiz. Im Gegensatz zu den Vorrundenspielen am Donnerstag entstanden viel weniger Fehler, die Stimmung war endlich auf dem Platz zurückgekehrt und der Siegeswille war riesig. Entsprechend gut liest sich jetzt natürlich das Endergebnis: 25:17 und 25:18 gewannen die Mädels und Jungs aus Kamen und sicherten sich und damit auch Deutschland die erste Medaille und einen Platz auf dem Treppchen. Das war natürlich genau das, was sich alle nach der deprimierenden Vorrunde erhofft hatten!

Nun hieß es aber für die Kamener Indiacas: 4 lange Stunden auf das Finale der männlichen Jugend warten. Als es soweit war, war die Anspannung und Motivation schon auf höchstem Level. Beide Mannschaften schenkten sich von Anfang an nicht das Geringste. Es war ein offener Schlagabtausch. Mit Abstand das beste Spiel des ganzen Worldcups. Der erste Satz war an Konzentration und Spannung nicht zu überbieten. Ständig wechselte die Führung, doch die Kamener konnten gegen Ende des Satzes den Sack zu machen und sich den ersten Satz mit 25:23 sichern. Einen ähnlichen Verlauf konnte man im zweiten Durchgang auch sehen: Hier ließ jedoch die Kamener Konzentration im Verlaufe der Partie nach, sodass Blankenloch mit 25:19 zum 1:1 ausglich. Der dritte Satz musste also die Entscheidung bringen: Die Partie begann auf beiden Seiten nervös. Die Indiacas aus Kamen um das Trainergespann Daubitz/ Wojcik erarbeitete sich jedoch beim Stande von 10:7 erstmals einen Drei-Punkte-Vorsprung, der dann auch über den Seitenwechsel gerettet wurde. Blankenloch kam nochmal auf 2 Punkte ran, musste dann jedoch dem hohen Niveau Tribut zollen und die Kamener Jungs konnten sich entscheidend absetzen. Als das Spiel kurz vor Ende angepfiffen wurde, kam die Angabe von Kamener Seite und auf der anderen Seite, ohne zu weiter zu spielen, wurde die Indiaca einfach gefangen. Der Trainer aus Blankenloch wollte wechseln, jedoch übersah der Schiedsrichter dies und pfiff an. Die verwirrten Blankenlocher Jungs wussten nicht was sie machen sollten und fingen den Ball. Pech, denn der Punkt wurde, den Regeln entsprechend, Kamen gegeben. Beim Stand von 24:17 wurden verwirrte Blicke ausgetauscht, als das Kamener Trainergespann eine Auszeit nahm. Sie wollten den Jungs diesen einzigartigen Moment genüsslich auskosten lassen und sich gelassen den letzten Punkt holen. Die Blankenlocher machten anschließend noch einen Punkt und unsere „Bengels" konnten danach in Ruhe ihr Aufbauspiel machen und sicherten sich souverän den letzten Punkt mit einem schönen Angriff aus der Mitte von Christian „Grässi" Ewald. Die Freude überschlug sich, alle lagen sich in den Armen. Es war geschafft. Wahrscheinlich konnten Martin und Oliver deswegen nicht ihre Rührung verbergen und hatten Tränen in den Augen. ALLES IST GUT! WIR HABEN ES GESCHAFFT!

Die Zeit verging wie im Flug, die Siegerehrung mit den außergewöhnlichen Pokalen und Medaillen, die tolle Abschlussparty, auf der Oliver „Ali" Wojcik als DJ fungierte, mit riesen Stimmung und Party bis in die Nacht und der Ausflugstag mit der gesamten Reisegruppe nach Tartu. Als wir schlussendlich in Kamen am Bahnhof eintrafen, begrüßten uns Familien, Vereinsmitglieder Freunde und Bekannte mit Sekt und Plakaten. Insgesamt also ein toller Abschluss eines erfolgreichen Jugendworldcups! Wir können nur sagen: Wir sind stolz auf euch Mädels und Bengels!

Die Worldcupsieger in der Klasse männl. Jugend (15-18)
Tim „Tim" Enste, Christian „Grässi" Ewald, Hannes „Schlafmütze" Ewald, Alexander „Titten" Goebel, Daniel „Kiwizwerg" Marquardt, Mark „Poddhovv" Potthoff und Marc „GNAA!" Szaszak, sowie Martin „Nüritz" Daubitz und Oliver „Ali" Wojcik als Trainer

Bronze beim Jugendworldcup in der Klasse Mixed (15-18)
Sandra „Gertrude" Denninghoff, Christian „Grässi" Ewald, Hannes „Schlafmütze" Ewald, Alexander „Titten" Goebel, Nadine „Naddy" Heßler, Yvonne „Yvi" Kremer, Daniel „Kiwizwerg" Marquardt, Pia „Brunhilde" Paulokat, Mark „Poddhovv" Potthoff und Marc „GNAA!" Szaszak, sowie Martin „Nüritz" Daubitz und Oliver „Ali" Wojcik als Trainer

Die Betreuer:
Gabi, Lena und Dirk Marquardt, sowie Svea Daubitz

> Bilder

Geschrieben von Oliver Wojcik | aktualisiert am Sonntag, 17. Juli 2016 21:11

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